Der Falldämpfer - das energieabsorbierende Element der Absturzsicherung

Bei einem Absturz wirken durch den sogenannten Fangstoß sehr hohe Kräfte, die das Material und die Anschlageinrichtung, aber vor allem den menschlichen Körper nachhaltig und mit fatalen Folgen schädigen können.

Um genau diese Auswirkungen einzuschränken, werden beim Einsatz von PSA gegen Absturz energieabsorbierende Einzelteile, kurz Falldämpfer eingesetzt. Man unterscheidet hier zwischen verschiedenen Bauarten und Wirkungsweisen. Heutzutage werden zu einem großen Anteil Bandfalldämpfer eingesetzt, bestehend aus Gurtband, welches mäanderförmig zusammengelegt und miteinander vernäht  oder als integrierte Konstruktion verwoben ist.

Der Falldämpfer hat die Aufgabe, die bei einem Absturz auftretenden Gewichtskräfte auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Dieses erträgliche Maß wurde nach intensiven Studien im BIA Sankt Augustin auf maximal 6 kN begrenzt.

Der Bandfalldämpfer absorbiert darüber hinausgehende Energien, indem die miteinander vernähten oder verwobenen Lagen schrittweise aufreißen und so diese Kraft abbauen, z.B. Artikel-Nr. 1252/2_1502.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Aufreißstrecke eines Bandfalldämpfers abhängig ist von der Fallhöhe und –g eschwindigkeit, sowie vom Gewicht des Anwenders. Die vorhandene Gurtbandreserve wird in den seltensten Fällen voll ausgenutzt, z.B. bei einem Sturz in ein extremes Schlaffseil. Bei einem Sturz in ein Verbindungsmittel oder in einem der Anwendung nach optimal eingestelltem Auffanggerät wird der Bandfalldämpfer teilweise aufreißen. Dies zeigt wiederum, dass eine entsprechende Unterweisung vor der Benutzung von PSA gegen Absturz unabdingbar ist, um den Anwender über den bestimmungsgemäßen Gebrauch und die möglichen Gefahren aufzuklären.

 

Die normative Vorgabe aus der EN 355 sagt aus, dass die maximal zulässigen Kräfte auf 6 kN (ca. 600 kg) begrenzt werden müssen. Ohne gültige EG-Baumusterprüfung und entsprechender Zulassung einer notifizierten Stelle darf ein Produkt im Bereich PSA gegen Absturz (Kategorie 3) nicht in Verkehr gebracht (verkauft) werden.

 

Während der Bandfalldämpfer durch das Aufreißen die Kräfte abbaut, absorbiert der Reibungsfalldämpfer dies durch die entstehende Reibung zwischen Seil (textiler Komponente) und metallischem Bauteil – hier gibt es verschiedene Ausführungen in direkter Kombination mit einem Verbindungsmittel. Bspw. Artikel-Nr. 1288/355

 

 

Darüber hinaus werden falldämpfende Elemente in vielen anderen Produkten aus dem Bereich PSA gegen Absturz eingesetzt. In Höhensicherungsgeräten werden bspw. Bremsscheiben eingesetzt, welche die falldämpfende Wirkung ausüben. Alternativ werden in Höhensicherungsgeräten P3007LE auch Stahlbandfalldämpfer verwendet.

 

In horizontalen Anschlageinrichtungen (EN 795, Klasse C) werden Kraftabsorber verbaut, um die entstehenden Kräfte im Bereich der Endanker auf einen vertretbaren Wert zu reduzieren. Hier hat der Kraftabsorber aber primär die Aufgabe, die auftretenden Kräfte auf die Endanker (Befestigungen des Seilsystems an beiden Enden) zu begrenzen.

Der Anwender sichert sich auf der horizontalen Seilstrecke durch sein eigenes Verbindungsmittel oder einstellbares Auffanggerät, selbstverständlich mit einen Falldämpfer. Dieser „doppelte“ Einsatz von energieabsorbierenden Bauteilen ist hier notwendig, da bei einem Absturz ein Kräftedreieck bedingt durch die seitliche Seilauslenkung entsteht und somit hohe Kräfte auf die Endpunkte (Endanker) des Systems einwirken.

 

Die vorstehenden Erläuterungen zeigen die Wichtigkeit des falldämpfenden Elementes der verwendeten Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz auf. Anwender sollten dies stets beachten und nicht leichtfertig durch Fehlinformationen über hohe Auffangstrecken auf den Einsatz verzichten. Die von den Herstellern mitgelieferten Gebrauchsanleitungen liefern wichtige Informationen zu den Verwendungsbedingungen und Grenzen der PSAgA. Sollte Ihr Einsatzfall besondere Anforderungen aufweisen, die von der bereitgestellten PSAgA nicht abgedeckt werden, stehen unsere PSA Fachberater für weitere Informationen zur Verfügung.. info@preising.net

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